Weinrallye #58 – Weihnachtliches Austauschprogram

26902_350079371400_655995_nWie jeden letzten Freitag im Monat, ist es heute wieder so weit. Die Weinrallye geht in die neue Runde. Ich sehe die 58. Runde mit einem lächelnden, aber auch mit einem weinenden Auge entgegen. Die aktuelle Ausgabe wird vom Vater der Weinrallye, Thomas Lippert vom Winzerblog, ausgerichtet. Zum letzten Mal. Der Winzerblog schließt leider seine Pforten. In Zuge dessen möchte ich mich bedanken. Bedanken für viele Infos, spannende Beiträge und das dadurch erlernte.

Dankbarkeit ist heut zu Tage sowieso eine seltsame Sache. Meine Mutter hat mich so erzogen, dass es ohne „Bitte“ und „Danke“ nichts gab. Wenn ich jetzt Jugendliche treffe, stellt sich oft für mich die Fragen, ob diese zwei kleinen Wörtchen aus dem Duden gestrichen wurden. Aber was solls, Höflichkeit ist halt eine Sache, dass mit dem Jahrtausendwechsel „out“ wurde.

45022_555736631121546_1904353297_n

Aber kommen wir wieder zur Rallye zurück. Die aktuelle Runde steht unter dem Motto: “Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“. Aus diesem Grund lassen wir Wine & Food Blogger das Weihnachtsgefühl zum Jahresabschluss freien Lauf. Und ein weiterer Brauch zu dieser besinnlichen Zeit ist das wichteln.

Ich durfte Nico von http://drunkenmonday.wordpress.com/ ein Geschenk machen. Hierfür habe ich mir einen Zweigelt ausgesucht. Aber nicht irgendeinen, es ist ja Weihnachten. Ich habe mir den Rotspon Reserve 2009 vom Weingut Jurtschitsch aus Langenlois ausgesucht. Warum gerade diesen Wein? Ich wollte damit ein paar Punkte behandeln. Unter anderem den Zweigelt (Teil dieses Cuvées), als autochthone Österreichische Rebsorte, zweitens das noch immer vorherrschende Vorurteil, welches besagt, dass nur aus Niederösterreich große Weißweine und nur aus Burgenland große Rotweine kommen.

2012-12-28 12.30.52

Mein Geschenk kam von Felix alias „der Schnutentunker“. Es war eine trockene Spätburgunder Auslese von der Mosel. Erschaffen wurde dieser Wein vom Weingut Günther Steinmetz im Jahre 2007. Zusätzlich wurde dieser Wein im Barrique ausgebaut. Nach dem ersten reinriechen in die frisch geöffnete Flasche war er noch ziemlich verschlossen und sperrig. Das war aber bereits zu erwarten. Nach dem ich rund ein Achter‘l im Burgunderglas für ca. eine Stunde stehen ließ war ich gespannt. Und siehe da, das Tor zum Wein ging auf. Beim ersten reinriechen hatte ich bereits sehr viel, sehr reife Frucht in der Nase, gefolgt von Rumtopf-Aromen. Bereits in der Nase zeigt er sich mit Fülle, Eleganz und Kraft. Beim zweiten, intensiveren, schnüffler ins Glas kam die Explosion. Fruchtig (nach dunklen und tiefroten Früchten wie Brombeeren, Weichseln), aber auch der Rumtopf, Kräuter und Tabak. Am Gaumen überraschende Frische. Nach Barriquelagerung und nach 5 Jahren Reifezeit habe ich mir das nicht mehr in dieser Form erwartet. Ich bin aber positiv überrascht. Ich mag es, wenn es noch etwas knackig ist, und man das Gefühl hat auf frische Heidel- & Brombeeren zu beißen. Er ist recht breit, und füllt sogar meine große Klappe aus. Was mir bei diesen Wein besonders gut gefällt, ist die kühle frische, gepaart mit Mineralität, und der reifen Frucht. Ja, dieser Wein macht Spaß und Freude. Lieber Felix, besten Dank für diesen genussvollen Moment.

Pin It

Comments are closed.